Friday, November 21, 2008

Glimmerplankton und alltaegliches Leben hier

Hallo Leute, mittlerweile habe ich mich echt gut in Costa Rica eingelebt und geniesse das Leben hier sehr. Seit letztem Freitag bin ich ja in meiner neuen Familie, bei Franziska und Genne und Fransikas Soehnen Mariano (12 Jahre) und Gustavo (8 Jahre). Die sind beide echt sehr lieb und vor allem Gustavo ist einfach nur suess und ich hab ihn schon total ins Herz geschlossen. Aber auch Mariano ist echt nett, auch wenn ich sein Spanisch auch verstehen kann. Er hat mir, als wir uns zufaellig im Meer getroffen haben, auch gleich sein Boggyboard ausgeliehen und fand es toll, dass ich da mit ihm und seinen Freunden im Wasser rumgetobt bin. Auch mein eigenes Zimmer zu haben ist jetzt sehr angenehm. Nur mit dem Getier ist das hier so eine Sache. Neulich hatte ich am fruehen Abend meine Fenster offen und als ich zurueck ins Zimmer gekommen bin, lief direkt ein Gecko die Wand entlang. Ausserdem gibts hier so winzigkleine Krabbeltierchen, die nichts machen ausser auf allem rumzuwuseln, auf jeglicher Art von Essen, das man liegen laesst und auch auf meiner Zahnbuerste.. Und Kakerlaken gibt es auch, Gottseidank nicht in meinem Zimmer, aber gestern Abend habe ich im Bad 2 Stueck getroffen. Ja, so wird man hier abgehaertet...
Die letzte Woche musste ich nur Montag wirklich Unterricht machen, da Katrin und ich uns ja mit der Klasse der Aelteren abwechseln und ich so nur jeden zweiten Tag unterrichten muss. Mittwochs hatten wir dann einen Strandtag mit allen Kindern geplant, das war ein voller Erfolg. Die Kinder haben ihre selbstgemachte Drachen steigen lassen und wir haben Voelkerball gespielt und Fussball und das Highlight waren meine Wasserbomben. Leider war die Wasserschlacht nach ca. 3 Minuten vorbei, weil die Kids wie wild geschmissen haben und so die Wasserbomben sofort weg waren. Aber war auf jedenfall sehr witzig! Das Unterrichten selbst macht mir auch total Spass, die Kinder sind echt nicht dumm und kapieren relativ schnell,haben auch an einfach Dingen total Spass und sind wirklich leicht zu begeistern! Und auch die schrecklichen Bedingungen an der Schule (Loecher in den Waenden, keine Fenster...) machen eigentlich gar nichts, weil gelernt werden kann trotzdem!
Ansonsten ist der Tagesablauf eigentlich immer ungefaehr folgendermassen: um ca. 8 Uhr aufstehen, fruehstuecken, Schule oder Unterricht vorbereiten, dann von halb 11 bis 12 Unterricht, plus Wegstrecke nochmal eine halbe Stunde, mittags dann Strand, schwimmen, in der Sonne liegen oder Muscheln sammeln, lesen etc. bis ca 4 oder 5. Da es um halb 6 wie gesagt dunkel wird, gehts dann nach Hause, ich war schon 2mal auch joggen (auf der Strasse geht das gut, das einzige richtig eklige ist, wenn ein Pickup oder ein paar Biker an mir vorbeifahren bin ich von oben bis unten eingestaubt und muss fuer die naechsten Meter in ner Staubwolke laufen, baeh), dann duschen um ca. halb 7 Abendessen und danach treffen wir Deutschen uns meistens noch oder bereiten nochwas vor etc. Bisher war es mir jedenfalls noch nie langweilig, irgenwas zu tun gibt es immer,es gibt hier einfach immer so viel zu entdecken und zu sehen...
Letztes Wochenende haben wir die reichste Amifamilie, die hier in Garza wohnt kennengelernt. Am Sonntag waren wir, Pia, Julia und ich am "playa rosada", einem rosanen Strand ca. eine gute halbe Stunde Fussweg von hier. Es war total schoen, der Sand schimmert wirklich ein bisschen rosa und wir haben so viele huebsche Muscheln gefunden.. Ja und dort haben wir die Amis getroffen, Vater, Mutter und Sohn. Die haben uns dann fuer den Abend in ihr Haus eingeladen, auf ein paar Margeritas, wie der Vater meinte. Der Abend war dann echt lustig, das Haus ist riesig und sehr schoen, ganz aus Holz und richtig schoen eingerichtet. Die Familie muss auch total reich sein, wir haben dann selbstgemixte Margeritas getrunken, mit 200Dollar teuerem Tequila! Sie wohnen seit 20 Jahren in Garza und der Sohn und die Tochter (war nicht da) sind hier aufgewachsen und zur Schule gegangen und alles. Nachdem wir uns ewig unterhalten hatten und einige Margeritas hinter uns hatten sind wir dann irgenwann mit dem Sohn zum Strand runtergegangen. Es war total schoen, der Mond hat hell geschienen und dann sind wir schwimmen gegangen!! Einfach so, mit Klamotten ins Meer. Es war so schoen und das beste war, wir haben phosphoreszierendes Glimmerplankton gesehen!! Das kommt wohl immer in den Naechten um den Vollmond rum, leuchtet im Wasser so gruengelb und wer "the beach" gelesen oder gesehen hat, weiss wovon ich spreche. Wenn man seine Haende im Wasser rumbewegt hat, hat es um einen rum geleuchtet und geschimmert, ganz kleine Partikelchen!! War echt ein Erlebnis!
Die letzten Tage ist das Wetter ein bisschen schlechter geworden, das heisst es ist grade total windig und meisten ein bisschen bewoelkt. Die Ticos meinten alle "hace mucho frio, no?", also dass es doch total kalt waere, aber ich finde es immernoch warm, man kann locker mit kurzen Sachen rumlaufen. Es soll wohl auch am Sonntag spaetestens wieder richtig schoen und sonnig werden.
Ja, das wars erstmal wieder von mir, mir geht es wie gesagt immernoch blendend, bin mittlerweile auch schon gut braun geworden und geniesse alles hier sehr!
Ganz liebe Gruesse!!

Saturday, November 15, 2008

Pura Vida a todos

Oh meine Guete, Costa Rica ist der Hammer!
Nach einer sehr abenteuerlichen Reise bin ich am Montag letztendlich in Garza angekommen. Abenteuerlich deswegen, weil ich am Vorabend meiner Abreise von Minneapolis einfach keine Ahnung hatte, wie es vom Flughafen in San Jose dann weitergehen wuerde. Die Organisatorin des Projektes hier, hatte mir keine Email geschrieben,wie ich wo wann hinkommen sollte bzw ob ich abgeholt werde oder wie es eben laeuft. Hatte dann doch etwas Panik und die Reise war total nervenaufreibend, mit kurzen Telefonaten von Charlotte (North Carolina, da war mein Zwischenstop) nach Costa Rica, einigen besorgten Stunden im Flieger und schliesslich einer Nacht in einem von Deutschen gefuehrten Hotel in nem Vorort von San Jose. Montagfrueh um 4 habe ich dann ein Taxi zum Busbahnhof genommen, der in einer "nicht so guten Gegend" von San Jose liegt und habe nach weiteren Schwierigkeiten (kein Kartenschalter war offen, welchen Bus muss ich genau nehmen?...) sass ich schliesslich im Bus nach Garza. Die Busfahrt war dann auch zielmich heftig, vor allem als wir am Schluss auf eine Schotterstrasse abgebogen sind. Die Strassenverhaeltnisse hier sind total schlecht, alles voller Schlagloecher und Pfuetzen teils und die Bruecken sind so schmal, dass die Busse kaum drueber kommen..
In Garza angekommen bin ich gleich zu meiner ersten Gastfamilie gekommen, der Familie von Judith. Das war gleich ein Traum, weil das Haus direkt am Strand ist. Also wirklich DIREKT, nach 10 Schritten zur Tuer raus, steht man auf dem Sandstrand. Dann natuerlich noch unter Palmen usw. Ja, es ist hier wirklich so wie ich es mir ertraeumt habe: Palmen ueberall, jeden Tag mindestens 30 Grad, das Meer wunderschoen und warm (bestimmt 28 Grad), Hibiskusblueten ueberall, Kokosnuesse und die Lebensbedingungen sehr sehr einfach und wirklich so wie die Einheimischen. Das Essen ist supergut, vor allem jetzt natuerlich im Gegensatz zum Essen in den USA.. Eigentlich immer Reis (auch zum Fruehstueck gibts angebratener Reis mit Bohnen und Ei) und dann Gemuese und Fleisch und halb Bohnen. Judith war eine supergute Koechin, das Essen war echt jedesmal ein Traum. In meiner neuen Familie, ich bin gestern umgezogen, weil wir in der anderen Familie 3 Freiwillige waren und jetzt in der neuen sind wir nur noch zu 2., das is besser, soll dass Essen nicht ganz so geil sein. Wir bekommen hier Fruehstueck und Abendessen zum Mittagessen gibt es meistens nichts oder ein bisschen Obst o.Ae.
Ich bin nicht an der Schule hier in Garza, sondern an der in Las Delicias, das ist ein kleiner Ort 4 km von hier. Dort haben wir jeden Tag eineinhalb Stunden Unterricht, plus der Weg, zu Fuss ist es ne gute halbe Stunde, mit dem Fahrrad 15 Minuten. Die Schule ist ... krass. Schaut euch die Fotos an, dann wisst ihr von was ich spreche.. 2 Klassenzimmer, mit Loechern in den Waenden, innendrinnen nicht genuegend Tische fuer alle, also wirklich einfachste Gegebenheiten.. Aber bisher finde ich es gut. Die Kinder sind sehr suess. Ich werde Englischunterricht mit ihnen machen. Ueber die Schule und den Unterricht schreibe ich naechste Woche noch ein bisschen mehr, ich hab kaum mehr Zeit, bin grade im Internetcafe in Samara..
Ansonsten... schwitzt man hier halt echt den ganzen Tag und die ganze Nacht. Die Dusche hat nur eine Temperatur, nicht wirklich kalt aber auch nicht warm. Und wenn man aufs Klo geht, darf man das Klopapier nicht ins Klo werfen, weil sonst die Rohre verstopfen, das wird neben dem Klo in ne Tuete geworfen.. etwas gewoehnungsbeduerftig, aber so ist es eben..
So Leute, das wars fuer heute, ganz ganz viele Gruesse ans winterliche Deutschland (heheheheee) und wie man hier immer sagt
pura vida!

Wednesday, November 5, 2008

Historical Days

Und da ist er nun schlussendlich gewaehlt worden, der erste farbige Praesident in der Geschichte der USA!
Ich hab den Supertuesdayabend mit Stewi verbracht. Wir waren in nem kleinen Restaurant bzw. ner Bar und haben uns bei ein paar Bier ueber Gott und die Welt und das Leben unterhalten. Stewis Deutsch ist einfach noch perfekt und es war so cool ihn wiederzusehen, haben uns beide total gefreut. Um kurz nach zehn haben dann saemtliche Handys in der Bar angefangen zu klingeln und nach ein paar Minuten haben es alle gewusst: Obama got president! Erica hat mich auch gleich angerufen und mir die Nachricht verkuendet. Als dann kurz darauf die Lifeuebertragung aus Chicago gesendet wurde, haben sich nach und nach alle vor dem Fernseher versammelt, es war totenstill in der Bar als Obama angefangen hat zu reden, alle wollten hoeren, was er zu sagen hat. Das war echt ein total feierlicher Moment und man hat spueren koennen, dass es fuer die Leute hier echt etwas besonderes war, dass er es letztlich endlich geschafft hat, vor allem da die meisten Gaeste in der Bar Schwarze waren. Sie haben sich alle so mit ihm und fuer ihn gefreut und waren von seiner Rede begeistert, nach der Rede haben alle so gefeiert und jeder hat mit jedem drueber geredet und jeder hat sich umarmt und es war einfach eine Hammerstimmung! Stewi und ich sind haben danach dann noch nen Abstecher in seine Wohnung gemacht und den Sieg mit ner Flasche Sekt gefeiert. Heute frueh wollte ich eine Tageszeitung kaufen und musste einfach ne dreiviertel Stunde suchen, bis ich ein Kiosk gefunden hab, das noch Zeitungen uebrig hatte. Wie gesagt.. historical days for America.
Ansonsten gehts mir sehr gut in Minneapolis. Am Wochenende habe ich ein paar Freunde von meiner Austauschzeit treffen koennen, die fuer Halloween hierher gekommen sind. Freitag und Samstag waren wir auf Kostuemparties, jeder war verkleidet und die Strassen waren so dermassen belebt, ueberall Collegestudenten, die wild waren, sehr witzig. Am Sonntag waren wir zum Fruehstueck in einem Restaurant und es war ein wunderschoener Morgen. Super Wetter, Mike, Erica und ich hatten ein gutes Gespraech ueber die Welt und Politik und ich hatte das beste Fruehstueck seit langem :dunkle Pfannkuchen, Ruehrei, Fleischkuechle, Marmelade, Ahornsirup(den ich versehentlich mit Kaffee verwechselt hab und mir in die Tasse eingeschenkt hab) und viiiel Kaffee (kriege selten Kaffee grade). Danach sind wir mit der Strassenbahn in die mall of America gefahren und ich habe Amerika life erlebt: 2 Stationen nach uns ist ne Gruppe Schwarzer eingestiegen und zwei von ihnen haben angefangen lebhaftst und laut darueber zu diskutieren, wie oft Jennifer Lopez schon verheiratet war, ob britische Maenner kleine Schwaenze haben und ob der eine von ihnen Pornos daheim hat oder nicht. Das alles natuerlich im breitesten Ghettoschwarzenslang und mit schlimmen Woertern und Beleidigungen gespickt und spaetestens als sie bei der Anschuldigung angekommen waren, dass der eine von ihnen doch eh ein heimlicher Harry-Potter-Fan ("I ain't no f***ing fan of any gay kid wearing a f***ing cape and fighting with a stick, maan"), konnten saemtliche Fahrgaeste ihr Lachen kaum mehr zurueckhalten. Erica, Mike und ich hatten jedenfalls Riesenspass. Den restlichen Tag haben Erica und ich mit Shoppen verbracht, Mike musste arbeiten.
Achja, die letzten Tage in La Crescent waren auch noch super, wir hatten nochmal wunderschoenes Herbstwetter. Mein Deutschunterricht lief super, die Kids waren sehr interessiert und haben viele Fragen gestellt und an meinem letzten Tag habe ich unerwartet ein Geschenk und eine total suesse Karte von den Lehrern der Highschool bekommen. Ausserdem war ich noch 2mal ausreiten mit Katie, was einfach hammer war. Der Abschied von Familie Langen war ein bisschen traurig, aber jetzt hab ich ja Erica =)
So, da ich grade den PC der Bibliothek benutze, muss ich langsam zum Ende kommen. In den naechsten Tagen werde ich auf jedenfall Stewi nochmal treffen und Corey und wahrscheinlich Megan, die ich beide noch vom Austausch kenne. Ausserdem muss ich noch ein bisschen an meinem Projekt fuer Costa Rica arbeiten, habe noch kaum was dafuer gemacht =/.
Ganz viele Gruesse aus Minneapolis!
Peace, Sarah